Wie Influencer Kooperationen funktionieren

„Wir wollen jetzt auch irgendwas mit Influencern machen“ – der Standardspruch vieler Firmen im Jahr 2018. Man hat das Gefühl, dass speziell in den letzten zwei Jahren viele Unternehmen auf den Influencer-Zug aufgesprungen sind. Viele scheitern aber schon bei der richtigen Ansprache der Influencer und der Planung der Kampagne, aus diesem Grund widmen wir heute diesen Beitrag ein paar Guidelines für erfolgreiche Influencer Kooperationen.

 

  1. Die passende Auswahl

Das ist mitunter DER entscheidende Part einer Influencer Kooperation. Welche/r InfluencerIn passt zu meinem Produkt? Hier sollte man schonungslos ehrlich zu sich sein. Wer ist die Zielgruppe? Wen wollen wir mit der Kampagne erreichen?

Bereits nach Beantwortung dieser Frage wird sich herausstellen ob eine Influencer Kooperation tatsächlich Sinn macht. Ist die Zielgruppe nämlich nicht auf Social Media unterwegs macht es wenig Sinn mit InfluencerInnen zu werben. Benutzt die Community allerdings Instagram und Co. empfehlen wir Influencer Marketing auf jeden Fall auszuprobieren!

Bei der Analyse beziehungsweise Auswahl der InfluencerInnen ist vor allem das Alter der Community ausschlaggebend, aber auch weitere demographische Charakteristika sind wichtig. Wo lebt meine Zielgruppe?

Will man mit dem Produkt vorwiegend Menschen in Österreich ansprechen, sollte man auch bei der Influencer Auswahl darauf achten, dass der Großteil der Followerschaft aus Österreich kommt.

Last but not least sollte auch der Auftritt der InfluencerInnen und die Bildsprache zur Marke passen. Ist mein Produkt farbenfroh und bunt, passt der/die InfluencerIn mit dem schlichten Schwarz-Weiß Feed wohl eher nicht so gut zu mir.

 

  1. Die richtige Ansprache

Es gibt zwei Möglichkeiten mit InfluencerInnen in Kontakt zu treten. Entweder kann man eine Agentur als Vermittler beauftragen, die dies für einen erledigt, oder man nimmt es selbst in die Hand.

Hier sollte man einige Punkte beachten:

  • Die erste Kontaktaufnahme sollte immer via E-Mail geschehen.
  • Schicke keine Kooperationsanfragen über Instagram-Direkt-Nachrichten, die werden erstens von den InfluencerInnen oft gar nicht gesehen und zweitens meistens gar nicht ernst genommen.
  • Personalisiere deine Anfrage. Schau‘ dir zuerst das Instagram-Profil und den Blog genauer an. Es dauert nicht lange den Namen herauszufinden und in der Mail eventuell Bezug auf eine letzte Reise oder eine persönliche Eigenschaft zu nehmen 😉
  • Packe in die erste Anfrage so viel Informationen rein, wie du über die Kampagne schon verraten darfst (das Produkt um das es gehen soll, das Timing, ungefähre Vorstellung der Umsetzung), damit sich die InfluencerInnen ein erstes Bild machen können.
  • Wir empfehlen InfluencerInnen prinzipiell per „du“ anzusprechen, wenn du dich allerdings mit einer förmlicheren Ansprache wohler fühlst, ist das auch kein Problem!

  1. Die passenden Kanäle

Welche Kanäle für die Kooperation gewählt werden hängt von zwei unterschiedlichen Faktoren ab. Einerseits kommt es darauf an, welche Art von Produkt man durch Influencer Marketing promoten möchte. Bei erklärungsbedürftigen Produkten reicht ein Instagram Posting meist nicht aus, um seine Vorteile bei der Zielgruppe richtig hervorzukehren und ein Blogpost wäre in diesem Fall die besser Wahl.

Darüber hinaus empfehlen wir in diese Entscheidung auch den/die InfluencerIn selbst miteinzubeziehen. Er/Sie kennt seine/ihre Zielgruppe am besten und weiß meistens sehr genau wie, beziehungsweise auf welcher Plattform man die Produkte am besten promotet. Hier ist ein gewisses Maß an Vertrauen gegenüber dem/der InfluencerIn von größter Wichtigkeit!

 

  1. Fair verhandeln

Die Zeiten in denen InfluencerInnen für ein paar Socken oder eine Uhr kostenlos auf Instagram posten sind schon lange vorbei. Erstens müssen sie diese „Geschenke“ auch in ihre Einkommenssteuererklärung mit aufnehmen und somit Steuern dafür zahlen und zweitens muss man den Job Influencer auch als solchen wertschätzen. InfluencerInnen sind UnternehmerInnen, haben Fixkosten, und müssen für ihre Arbeit auch korrekt vergütet werden. Auf keinen Fall sollte die Arbeit, der hinter einer Story oder einem Instagram Bild steckt unterschätzt werden. Viele InfluencerInnen müssen dafür einen Fotografen buchen und shooten meistens nicht nur ein Bild sondern probieren unterschiedliche Settings aus. Danach müssen die Bilder ausgewählt und bearbeitet werden. Bei einem Blogpost kommt zudem noch der Text dazu, eventuell ein paar Collagen, weitere Recherche oder ähnliches.

Die Frage, wie viel Influencer Kooperationen kosten oder wie viel man für einen Post bezahlen wird, kann pauschal nicht beantwortet werden. Das kommt immer auf die Reichweite der InfluencerInnen beziehungsweise auch auf die Qualität der Postings an. Wer unsicher ist, verlässt sich hier am besten auf die Empfehlungen von Agenturen oder ExpertInnen. Es zahlt sich auch aus, unterschiedliche Angebote von verschiedenen InfluencerInnen einzuholen, um ein besseres Gefühl für die Preise zu bekommen.

  1. Das korrekte Briefing

Hier gibt es einige Punkte, die beachtet werden sollten:

  • Keep it short and simple – so lang wie nötig, so kurz wie möglich!
  • Alle relevanten Informationen zum Produkt beziehungsweise zum Unternehmen bereitstellen – was soll der/die InfluencerIn der Zielgruppe zum Produkt erzählen? Gibt es eventuell Do‘s and Dont’s die beachtet werden müssen?
  • Welche Links sollen gesetzt werden, welche Landing Pages verlinkt werden? Gibt es vielleicht sogar einen direkten Tracking Link?
  • Welche Accounts sollen auf den Social Media Kanälen getaggt werden? Vor allem von großen Konzerne gibt es eigene länderspezifische Accounts. Hier ist es wichtig für den/die Influencerin zu wissen, welcher Account der richtige ist.
  • Welche Hashtags sollen auf den Social Media Kanälen verwendet werden? Gibt es einen Kampagnen Hashtag?
  • Timing – was soll wann gepostet werden?

 

  1. Feedback

Ist die Kampagne abgeschlossen und analysiert, freut sich jede/r Influencer über ein kurzes Feedback. Was ist gut gelaufen, was falsch? Diese Learnings helfen nicht nur den InfluencerInnen, sondern auch dem Unternehmen selbst, um eine etwaige nächste Kampagne zu optimieren.

 

Viel Erfolg bei eurer ersten Kampagne!

 

 

Sophie Forster

Author Sophie Forster

Sophie ist selbst Influencerin und kennt daher die österreichische Bloggersphäre wie ihre Westentasche. Sie hat nach der Matura IBWL an der WU Wien studiert und danach erste Erfahrungen im Bereich Social Media Management gesammelt, bevor sie sich gemeinsam mit Alina und Ena als #teamsoso selbstständig gemacht hast.

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