Ist das schon Employer Branding?

„Machen wir den Workshop mit den Studierenden, dann kannst du noch ein paar Folien präsentieren und damit haben wir auch das Employer Branding abgedeckt!“ Ja, diesen Satz gab es wirklich, und es ist noch gar nicht so lange her, als ihn mir eine Führungskraft im Zuge eines Abstimmungstermins entgegnet hatte. Ist Employer Branding wirklich die Präsentation von 1-2 Power Point Folien, wo kurz alle Benefits und Goodies aufgelistet sind, die ein Unternehmen ihren MitarbeiterInnen zur Verfügung stellt?

Unternehmenspräsentationen? Sowas von Out!
Die Antwort kann nur lauten: Nein, natürlich nicht! Ich stellte klar, dass bereits der gesamte Workshop ins Employer Branding der ArbeitgeberInnen-Marke einzahlt. Deshalb ist es wichtig, dass genau dieser im Fokus steht – läuft er professionell und angenehm ab, so werden die TeilnehmerInnen weiterführend positiv über diese Zeit, über uns und somit über das Unternehmen im Allgemeinen sprechen. Niemand interessiert sich heutzutage noch für Power Point Folien, die zeigen sollen, wie toll es ist, im Unternehmen X oder Y zu arbeiten. Gähnend lange Präsentationen sind sowieso bereits out – zumindest bei der jungen Zielgruppe.

Was ist denn nun Employer Branding?
Das Thema Employer Branding ist ein sehr komplexes, hat es doch in den letzten Jahren stark an Bedeutung zugenommen. Ausschlaggebend war, dass Unternehmen plötzlich gemerkt haben, dass das Schalten einer 0815-Stellenanzeige nicht mehr ausreicht, um an qualifizierte Personen zu kommen. Ein paar haben es geschafft, nämlich indem sie an der Unternehmenskultur gearbeitet haben, die durch das Employer Branding nach außen dringt und so die Talente von morgen anlockt. Employer Branding ist somit jeglicher Kontaktpunkt eines Unternehmens mit der Außenwelt, sei es durch ein Stelleninserat, einen Workshop, eine Kampagne, die (sozialen) Medien, durch die MitarbeiterInnen / KundInnen / LieferantInnen uvm. Diese Wahrnehmung einer Brand, zahlt auch gleichzeitig in die ArbeitgeberInnenmarke ein.

Auch in Zukunft bleibt Employer Branding ein essentielles Thema, um weiterhin qualifizierte Personen anzusprechen, aber diese auch weiterführend im Unternehmen halten zu können.

3 Aspekte, warum Employer Branding für Unternehmen essentiell ist:

1. Der Demographische Wandel: Es ist Fakt, dass die arbeitende österreichische Bevölkerung schrumpft.
2. Transparenz/Insights: Die Talente von morgen verlangen einen transparenten Blick ins Unternehmen, um entscheiden zu können, ob sie sich damit identifizieren können.
3. Der Wertewandel der Generation Y: Diese Generation sehnt sich nach Selbstbestimmung und -verwirklichung. Um als Unternehmen diese Zielgruppe für sich gewinnen zu können, muss sich die Unternehmenskultur an diese spezifischen Anforderungen anpassen und die Rahmenbedingungen danach ausrichten.

 

Ani König – Bloggerin auf www.kingandstars.com

Ani König ist seit über 10 Jahren im HR-Bereich, operativ sowie strategisch-beratend, tätig. Ihr Schwerpunkt liegt aktuell im Employer Branding sowie im Scouting der neuesten HR Trends. Nebenberuflich bloggt Ani über Karriere und Lifestyle-Themen auf ihrem Blog King & Stars.